Was geschieht mit ausrangierten Paletten, Bauholz oder Abbruchmaterial? Bei der Wurzer Umwelt GmbH in Eitting endet die Geschichte nicht bei der Entsorgung – hier beginnt sie erst richtig.

Wenn Altholz auf Pilze trifft: Wie aus Abfall innovative Biomaterialien entstehen

Was geschieht mit ausrangierten Paletten, Bauholz oder Abbruchmaterial? Bei der Wurzer Umwelt GmbH in Eitting endet die Geschichte nicht bei der Entsorgung – hier beginnt sie erst richtig.

Von der Entsorgung zur Ressource

Als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb verarbeitet Wurzer Umwelt alle Altholzklassen fachgerecht. Das zerkleinerte Material findet bisher in der Spanplattenproduktion oder als Brennstoff Verwendung. Doch Dr. Marcus Wenzelides, Prokurist und Geschäftsleiter, sieht darin verschenktes Potenzial: „Wir wollen die Ressource Holz so lange wie möglich im Kreislauf halten.“

Pilze als Biokleber der Zukunft

Hier setzt ein spannendes Forschungsprojekt der TU München an. Im Rahmen von ISAR entwickelt Doktorand Tim K. Felle unter Prof. Dr. J. Benz, Professur Pilz-Biotechnologie in der Holzwissenschaft, neue Biomaterialien – mit Hilfe von Pilzen.

Das Konzept: Das Myzel, das feine Wurzelgeflecht von Pilzen, durchwächst zerkleinertes Altholz und verbindet es zu einem festen Material. Dieser natürliche „Biokleber“ könnte künftig für umweltfreundliche Verpackungen, Dämmstoffe oder Baumaterialien genutzt werden.

Regionale Partnerschaft mit globaler Wirkung

Für das vom Bund geförderte Projekt stellt Wurzer Umwelt verschiedene Altholzproben bereit, die an der TU in Freising-Weihenstephan untersucht werden. „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Erfahrung zu diesem Forschungsprojekt beitragen können“, so Dr. Wenzelides.

Vision: Kaskadennutzung statt Verbrennung

Die Vision: Altholz soll mehrere Leben erhalten – erst als Pilz-Verbundstoff, Verpackung oder Dämmstoff, und erst am Ende zur Energiegewinnung. Das Projekt zeigt, wie Kreislaufwirtschaft konkret funktioniert – wenn Wissenschaft und Praxis Hand in Hand gehen. Was mit der Frage „Wohin mit dem alten Holz?“ beginnt, wird so zum Baustein für eine nachhaltigere Zukunft.

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